Von magischen Cafés und märchenhaften Kuchen

Ein Café-Besuch in Krakau – November 2014

Eine Stadt, die nicht in einem Atemzug mit New York, Paris oder Rom genannt wird, aber meiner Meinung nach dennoch einen Platz auf der Hitliste beeindruckender Städte verdient hat, ist Krakau. Mir ging es nämlich so: Man erwartet zunächst nicht all so viel und was man geboten bekommt übertrifft alles.

Ein geheimnisvoll schönes Café ist das Camelot im Herzen von Krakau. Klein, unscheinbar, drei Ecken vom Hauptplatz entfernt, zieht es einen magisch an. Die großen Blumenkübel und die Wandmalerei machen Lust auf das Eintreten in den warmen Innenraum, in dem sich Jung und Alt tummeln, plauschen, Kaffee und Kuchen genießen, Freunde und Familie treffen und sich den neusten Klatsch oder Geschichten von Früher erzählen. Es lädt zum Wohlfühlen ein. Die anziehende Atmosphäre drängt durch die Schaufenster bis nach draußen in die klirrende Kälte. Bereits beim Anblick der süßen Leckereien, die bei den Gästen auf dem Tisch stehen, läuft einem das Wasser im Mund zusammen. Der Geruch des warmen Kuchens huscht durch die Eingangstür, sobald diese aufgeht und Gäste heraus- oder hereintreten. In der leichten Abenddämmerung, in der wir das Café besuchen, wirkt die Stimmung im Inneren fast verwunschen und märchenhaft. Menschen, Hunde, Bücherregale, die liebevolle detailreiche Dekoration, Kellerinnen in weißen feinen Schürzen, Kinder, Großeltern, Paare, Freundinnen und solche, die es vielleicht noch werden.

Sobald man das Camelot betritt, bestätigt sich diese von außen wahrgenommene Atmosphäre und wird durch die Wärme des Kaminofes, der im Winter befeuert wird, noch verstärkt. Der Kuchen- und Kaffeeduft durchflutet den Raum und geht Hand in Hand mit den unterschiedlichen Gesprächen.

Wir setzen uns an einen der noch wenigen freien Tische, studieren die Karte und bestellen einen Käsekuchen mit Himbeersoße und einen Schokoladenkuchen einschließlich zweier Kaffee. Nachdem wir unsere Bestellung aufgegeben haben, hören wir die Siebträgermaschine, wie sie sich im gewohnten Ton in Gang setzt, um exzellenten Kaffee zu brühen. Kurz darauf bringt uns die Kellnerin unsere Bestellung und wir kommen aus dem Staunen nicht mehr raus. Was von draußen bereits unglaublich lecker und verführerisch aussah, verwandelt sich nun einmal mehr in ein Kunstwerk. Ein meisterhaft angerichteter Kuchenteller, der neben dem bestellten Stück wunderbar riechendem Kuchen auch noch fein drapierte Früchte präsentiert. Es ist nicht nur eine reine Gaumenfreude, sondern auch eine einzigartige Augenweide.

Frische Äpfel

statt Bombons zur Rechnung 😉

Der Schokoladenkuchen ist warm, weich und zergeht auf der Zunge, ebenso wie der Käsekuchen, welcher in Kombination mit der Himbeersoße ein absolutes Geschmackserlebnis darstellt. Wir genießen den frisch gebrühten Kaffee, den Kuchen und die Menschen. Gegenüber sitzt ein Pärchen, bestellt Sekt und stößt scheinbar auf ihren Jahrestag oder ähnliches an. Neben uns sitzen zwei Freundinnen, die die gleiche Kaffee-Kuchen-Kombination wie wir bestellt haben und die später direkt neben uns im Kino sitzen werden. Doch davon wissen wir in diesem Moment noch nichts, schmausen genüsslich und lassen diesen traumhaften Ort auf uns wirken.

Hier findet Ihr das Café Camelot:

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