Happy Hängematten-Day

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22. Juli 2015

Heute wird ausgelassen gefeiert und geschwungen, denn die Amis haben es sich mal wieder nicht nehmen lassen, einem der traumhaftesten Orte einen eigenen Tag zu widmen. Am 22. Juli wird der Internationale Tag der Hängematte zelebriert und passend dazu gibt’s eine kleine Geschichte vom Hängematten-Verkäufer in Mexiko.

Als ich vor Jahren eine längere Zeit in Mexiko lebte, kam ich in den Genuss, einige Zeit rumzureisen und das Land und die Leute intensiv kennenzulernen. Und so kam es, dass ich eines Tages stolze Besitzerin einer echten yucatanischen Hängematte wurde.

Ich hatte bereits ein dreiviertel Jahr im Land gelebt und reiste nun erstmalig auf die Yucatan-Halbinsel. Dort, so schien es mir, ticken die Uhren nochmal ganz anders als im Rest des Landes. Ich hatte schon einige Orte gesehen, Ruinenstätten besichtigt und Strände genossen, da verschlug es mich nach Celestun.

Celestun ist ein kleines, verschlafenes Fischerdörfchen und liegt am nordwestlichen Zipfel der mexikanischen Halbinsel. Von der Bundeshauptstadt Merida aus dauert es circa zwei Stunden, um mit dem Bus dort hinzukommen. Der Ort ist alles andere als eine Touristenhochburg und so war er genau das, was ich wollte. Mein Reiseführer widmete dem kleinen Dörfchen aufgrund der Scharen an Flamingos, die dort leben, eine ganze Seite und so entschied ich, mich dorthin auf den Weg zu machen.

Gesagt getan. Als ich aus dem Bus stieg und die ersten dreißig Schritte über den Marktplatz gestolpert war, stand ich auch schon quasi direkt am Strand. Idyllisch, klein, ruhig und zur absoluten Entspannung (oder wie man heute sagt „Entschleunigung“) geeignet.

Ich fand ein nettes kleines und kostengünstiges Hotel und buchte statt zwei gleich vier Nächte. Hier wollte ich bleiben, das Meer, den Strand, leckeren Fisch und das Leben der Einheimischen genießen.

In Yucatan haben die meisten Menschen statt eines Bettes eine Hängematte, in der sie mit der gesamten Familie, manchmal sogar zu fünft oder sechst, nebeneinander schlafen. Auch in meinem Hotelzimmer befanden sich zwei Haken, um eine Hängematte zu befestigen. Natürlich gab es auch ein Bett. Aber so hatte man die Wahl: Seine eigene Hängematte mitbringen und aufhängen oder im Bett schlafen.

Die Hotelbesitzerin erklärte mir, dass viele Menschen, die auf Yucatan leben, es nicht gewöhnt sind, in einem Bett zu schlafen und es vorziehen, ihre eigene Hängematten mitzubringen. Tja, andere Länder, andere Sitten  🙂

Gleich am ersten Tag, wurde mir klar wie das Hängematten-Geschäft funktioniert. Ich saß am Strand im Sand herum, ordnete einzelne Muscheln freudig erregt zu einem Bild an, als der kleine Hängematten-Verkäufer an mir vorbeikam. Er war über und über mit Hängematten begehängt und spazierte in der prallen Sonne am Strand lang, um seine Ware an den Mann und die Frau zu bringen.

Wir plauschten ein wenig über dies und das und er erklärte mir, dass seine Familie das Hängematten-Handwerk seit Jahren und in Perfektion ausübt. Die baumelnden Betten werden von Hand in einem aufwendigen Verfahren geknüpft, sodass sie, zum einen ein gewisses Gewicht aushalten können, zum anderen elastisch, nachgiebig und bequem sind, wenn man sich reinlegt.

Er zeigte mir die verschiedenen Größen und bei diesem Anblick konnte ich mir nicht mal annährend vorstellen mit meiner ganzen Familie, geschweige denn mit nur einer einzelnen anderen Person, eine ganze Nacht gemeinsam in einer solchen Hängevorrichtung zu verbringen. Ich erklärte dem netten Hängematten-Mann, dessen Namen ich leider nicht mehr weiß, dass wir in Deutschland, uns eher Hängematten zulegen, um darin zu faulenzen.

Ich schaute mir jede einzelne, handgeknüpfte Matte an und war begeistert. Meine Wahl war schnell getroffen und auf eine besonders schöne gefallen. Auch wenn die Hängematten durch die ganzen Wollfäden doch recht schwer sind, so war ich mir dennoch sicher, ich würde das neue Schmuckstück irgendwie nach Hause nach Deutschland kriegen. Koste es, was es wolle.

Ich erstand eine gelb-rotweinrote Hängematte, die für bis zu drei Personen, wie er mir versicherte, geeignet sei. Er zeigte mir die richtigen Knoten, um sie korrekt und fest an Bäumen zu befestigen und gab mir Tipss, wie ich die Hängematte zu waschen und zu pflegen hätte. Genau wie Betten, die frisch bezogen werden, werden Hängematten nämlich auch gewaschen, so lernte ich.

Nachdem alle Knotentechniken und Pflegestufen klar waren, ging es mit dem erstem Probesitzen und -Liegen weiter. Unfassbar traumhaft lässt es  sich in einer solchen großen Hängematten aushalten, wenn man es als Ort der Entpannung nutzt und nachts ins Bett krabbeln kann. Denn nach der halben Nacht, in der ich (aus lauter Neugier natürlich) versuchte, in der Hängematte zu schlafen, zog ich das Bett doch letztendlich vor.

So bleibt die Hängematte für mich ein Ort zum Faulenzen und Träumen!
Happy Hängematten-Day!

Hier liegt das wunderschöne Fischerdörfchen Celestun:

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